Vier Feierlichkeiten auf einen Streich

RNZ - Schwarzach. Mittwoch, 6. Mai 2026

Die Sonne strahlte vom Himmel, und doch sorgte immer wieder eine Wolke für etwas Abkühlung: Am Sonntag herrschten perfekte Bedingungen für den Familientag im Wildpark Schwarzach, und so schlängelten sich den ganzen Tag über Klein und Groß über den Rundweg oder nutzten das Angebot im Birkenhof oder Kiosk für eine Stärkung. Dazu gab es gleich drei weitere Gründe zum Feiern: der neue Yakstall (wir berichteten) wurde offiziell eingeweiht, die Mörserglocke vor dem Eingang feierte fast auf den Tag genau ihr 25. Jubiläum, und auch der neue Rutschturm auf dem Spielplatz wurde endlich freigegeben.

Das Programm des Familientags begann wenige Minuten nach Wildpark-Öffnung um 10.15 Uhr mit einer Andacht an der Mörserglocke, anschließend verteilte das evangelische Gemeindeteam Kekse und Getränke an die ankommenden Familien. Ab 12 Uhr erzählte Pfarrerin Angelika Schmitt dann im halbstündigen Wechsel „himmlische Geschichten“ in der Blockhütte am Birkenhof. Vor dem Wildparkeingang und auf dem ganzen Gelände verteilt warteten Dutzende Stände mit allerhand Selbstgemachtem: Deko, Blumen, Gemüsesetzlinge, Accessoires, Tassen, Kleidung aus unterschiedlichsten Materialien wollten von den zahlreichen Wildparkbesuchern entdeckt werden. Für die Kinder gab es verschiedene Mitmachaktionen von Dosenwerfen über kleine Spielzeuge aus dem 3D-Drucker bis zur Fahrt mit der Ziegenkutsche – da wurde der Gang durch den Wildpark noch ein wenig aufregender als normalerweise.

 Auf dem Spielplatz wartete die große neue Attraktion: der Rutschenturm. Nachdem der alte schon einige Zeit nicht mehr Stand, thront der neue mit zwei Rutschen nun an prominenter Stelle – und kommt an. Das freute Dirk Longerich, Vorsitzender des Wildpark-Fördervereins, der von einem langwierigen Prozess mit zehn Prozent Bauen und 90 Prozent Abstimmen, Diskutieren, Überzeugen berichtete und einem Förderdschungel, der „manchmal höher als unser Rutschenturm“ ist. Durch diesen hätte Sabine Keller, Geschäftsführerin von Leader Neckartal-Odenwald, geführt, wofür Longerich sehr dankte. Die 5000 Euro vom Lions-Club Kleiner Odenwald, initiiert von Gaby Jeck-Schlottmann und überbracht vom heutigen Vorsitzenden Jürgen Glaser, seien bei Gesamtkosten von über 38 000 Euro „das Fundament unter der Rutsche“. Als Löwen komme man gerne in den Wildpark, meinte Glaser scherzhaft und betonte voller Ernst: „Wir sind gerne da, wo Kinder in Bewegung kommen.“ Longerichs Dank galt darüber hinaus der Gemeinde und Bürgermeister Mathias Haas, Landrat Dr. Achim Brötel und dem gesamten Team vom Wildpark und dem Förderverein. Dem allgemeinen Dank schloss sich Haas an und ergänzte, dass bereits im September für über 47 000 Euro Sonnenschirme für das gesamte Areal angeschafft wurden. Die Gemeinde übernahm einen Anteil von zehn Prozent der zuschussfähigen Kosten (gut 7000 Euro), von Leader kamen insgesamt mehr als 50 000 Euro Förderung.

Ohne eine satte Unterstützung würde es den neuen Yakstall vermutlich auch nicht geben. Entsprechend dankte Mathias Haas bei dessen offizieller Einweihung erneut dafür, konkret Norman Link als zweitem Vorsitzenden des Leader-Regionalverbands. Von den etwa 107 000 Euro kamen mehr als 43 000 Euro über das europäische Förderprogramm. „Hier in Schwarzach lass Dich ruhig nieder, denn die Schwärzicher, die kennen Leader“, meinte Landrat Achim Brötel schmunzelnd. Haas stellte auch den unermüdlichen Einsatz von Tierparkleiter Pascal Herzog heraus, der sehr für den neuen Yakstall gekämpft und die Notwendigkeit für Artenschutz und barrierefreien Zugang betont hat. Und der Bürgermeister freute sich, dass die Wertschöpfung mit den Firmen Frey (Holzarbeiten und Dach) und Wolbert Bau (Erd- und Metallarbeiten) im Ort blieb.

Mittlerweile 25 Jahren an Ort und Stelle steht bzw. hängt die Mörserglocke auf dem Glockenplatz. Seit 1. Mai 2001 begrüßt die fast zehn Tonnen schwere und zweieinhalb Meter große Bronzeglocke (nicht nur) die Wildparkbesucher, sondern soll durch ihr Geläut um 17 Uhr an Sonn- und Feiertagen Frieden stiften, erklärte Mathias Haas den Wunsch des Stifters Dr. h. c. Siegfried Genz. Zusammen mit dem zwei Jahre später errichteten Monumental-Sandsteinmörser (7 Tonnen) bilde die Glocke eine Symbiose, es gehe um eine Völker verbindende Kraft. Diese Kernbotschaft sei heute aktueller denn je, unterstrich der Bürgermeister. Sowohl Glocke als auch Sandsteinmörser sind übrigens die weltweit größten ihrer Art, die Mörserglocke gar ein Unikat. Mathias Haas hofft, dass „der friedliche Klang

Der Lionsclub Kleiner Odenwald übergibt die seine Spende dem Schwarzach | LC-KOW
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