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2026_07_03 Entenrennen-Impressionen

2026-Entenrennen-Impressionen

Neckargerach. (von Sebastian Schunk RNZ-Mosbach)

In Neckargerach ging es am Freitag noch eine ganze Spur besser, noch quietschbunter als im Vorjahr: Das zweite Gericher Entenrennen toppte die Premiere sogar noch – sei es bei der Zahl der Rennenten, den Zuschauern, der Stimmung und sogar der Spannung. „Jedes Jahr ein bisschen besser“, beschrieb Jürgen Glaser, IP-Präsident des ausrichtenden Lions-Clubs Kleiner Odenwald vorab das Motto.

Wobei „ein bisschen“ bei 1842 Quietscheenten etwas untertrieben ist, hat sich die Zahl der verkauften Rennlizenzen zum Vorjahr (1000) doch fast verdoppelt. Man hätte durchaus mehr an den Start schicken können, musste aber irgendwann einen Cut machen, erklärte Glaser. Mit 1842 Teilnehmern sei man aber dennoch weit vorne dabei, meinte Bürgermeister Norman Link dazu. Bei der Formel 1 fahren 22 Autos im Kreis, bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring sind auch nur 150 zugelassen, entsprechend sei das Gericher Entenrennen das Rennsporterlebnis des Jahres, war sich der Rathauschef sicher.

Bevor die Seebachflitzer aus der Schaufel des HLT-Baggers gelassen wurden, stand die erste Neuerung an: Der Projektchor des Gesangvereins Guttenbach stimmte die weit über 1000 Rennenthusiasten mit Liedern auf das Bevorstehende ein, Chorleiter Edgar Rupp hatte für seine 25 zumeist kindlichen Sänger sogar zwei Songs für das Entenrennen komponiert, die die in drei Treffen einstudiert hatten. Die Sambanditos aus Mosbach sorgten mit ihren heißen Rhythmen für zusätzliche Stimmung.

„Ich hoffe, der Seebach ist ausreichend mit Wasser gefüllt, dass alle oder zumindest die allermeisten Enten ankommen“, schickte Jürgen Glaser dem Start vorweg. Und so viel sei verraten: Die Strömung im Zielbereich sollte erneut einen entscheidenden Anteil am Ausgang haben. Schon als die Rennenten am Minneburgplatz ins Wasser gelassen wurden, zeigten sich die ersten Unterschiede. Während sich so manche Ente direkt auf den Weg in Richtung Neckar machte, wollten andere die kuschelige Nähe zu ihren Nachbarn nicht aufgeben. Die Zuschauer jedenfalls wanderten mit den führenden, um den Zieleinlauf später ja nicht zu verpassen.

Die Brücke am Montessori-Kinderhaus St. Josef war eine der Schlüsselstellen des Rennens. Die Enten, die am Rand des Seebachs in den entsprechenden Strom schwammen, setzten sich deutlich ab. Es gab sogar einen Ausreißer – passend zum Beginn der Tour de France ganz in Gelb. Da wähnte sich der eine oder andere Rennlizenzinhaber vielleicht schon auf der Siegerspur, soweit das bei fast 2000 identischen Quietscheenten halt geht ...

Abgerechnet wird aber bekanntlich zum Schluss bzw. im Ziel. Hatte im vergangenen Jahr ein vorbeifahrendes Schiff und die dadurch entstandene Strömung das Ergebnis noch ordentlich durcheinandergewirbelt, hatte man dieses Jahr vorgesorgt. Das Ziel wurde etwas nach vorne verlegt, und die Freiwillige Feuerwehr Neckargerach sorgte mit externer Wasserzufuhr für genug Antrieb.

Die Entscheidung fiel dann fünf Meter vor Schluss. Durch den zusätzlichen Wasserdruck mutierten die Steine nach der B 37-Unterführung zu wahren Stromschnellen; von den ersten zehn Enten blieben neun an exakt derselben Stelle, am selben Stein hängen. Nur die bis dato siebtplatzierte Ente schwamm hastig vorbei, um dann direkt hinter dem Stein in einer Art Sog festzustecken. Glück im Unglück: Druck hatte die Ente mit der Rennlizenz 0233 keinen, denn hinter ihr blieb Konkurrent um Konkurrent feststecken. Nachdem sich die 0233 dann irgendwann doch zum Weiterschwimmen entschlossen hatte, paddelte sie in aller Seelenruhe ins Ziel, während hinter ihr der Stau immer größer wurde.

Den Sieger kannten Zuschauer und Rennlizenzinhabende natürlich erst nach der Verkündung. Entsprechend groß war die Spannung am Neckarlauer. Los ging’s mit Platz 21, dem neu eingeführten Sonderpreis. Über eine Familienkarte für die Schlossfestspiele durfte sich der Inhaber der Ente 0994 freuen. Ab Platz 20 gab es dann Geldpreise, für die Siegerente ganze 1000 Euro. Das Stöckchen komplettierten die Enten 0076 und 0401 auf den Plätzen zwei und drei.

Eine Veranstaltung mit so vielen Teilnehmenden können die sehr engagierten Lions natürlich nicht alleine stemmen, hatte Jürgen Glaser schon bei der Begrüßung betont. Er freute sich über 26 Sponsoren und viel Unterstützung von den örtlichen Vereinen. Auf dem Minneburgplatz sorgten die dritte Klasse der Minneburgschule und der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Guttenbach für die Verpflegung vor dem Rennstart, am Neckarlauer standen nach dem Zieleinlauf die Helfer vor Ort des DRK, der Neckargeracher Carnevals Verein, derKanuclubund der Angelsportverein. Außerdem hatte die DLRG ein wachsames Auge auf den Rennausgang und half Quietscheenten in Not. Die Band Bundesjugendspiele sorgte für den musikalischen Abschluss.

Neben dem Spaß steht beim Gericher Entenrennen auch der gute Zweck im Zentrum. Über 9000 Euro waren im Vorfeld bereits zusammengekommen, die Summe werde man rund machen, kündigte Jürgen Glaser an. Nicht bekannt gab er diesmal den späteren Profiteur, dafür aber den Termin fürs dritte Gericher Entenrennen: 2. Juli 2027.  

Enten, Zuschauer, Stimmung, Spannung: Das zweite Gericher Entenrennen war in mehrerlei Hinsicht rekordverdächtig. | Thomas Kottal
Per Bagger wurden die gelben Seebachflitzer zu Wasse rgelassen. | Thomas Kottal
Die DLRG hatte ein Auge auf den Rennausgang und halfen Quietscheentchen in Not. | Thomas Kottal
| Lions Kleiner Odenwald
| Lions Kleiner Odenwald
| Lions Kleiner Odenwald
| Lions Kleiner Odenwald
| Lions Kleiner Odenwald
| Lions Kleiner Odenwald
| Lions Kleiner Odenwald
| Lions Kleiner Odenwald
Die strahlenden Sieger des 2. Gericher Entenrennens | Lions Kleiner Odenwald
| Lions Kleiner Odenwald
| Lions Kleiner Odenwald

Impressionen vom 1. Gericher Entenrennen 2025

Quietschvergnügte Rennpremiere Erstes Gericher Entenrennen begeisterte rund 1200 Zuschauer

Von Uwe Köbler RNZ

Neckargerach. „Premiere aber so was von geglückt“, hieß es am Freitagabend bei den Organisatoren des ersten Gericher Entenrennens. Allen voran freuten sich die Mitglieder des Lions-Clubs Kleiner Odenwald, für die Christopher Lauber die Gäste am sonnigen Neckarlauer begrüßte. Dort konnten sich die Besucher an den zahlreichen Verpflegungsständen stärken, ehe sie ihren Platz an den Seebach-Gestaden suchten. Und da musste man echt früh dran sein, denn die Plätze entlang der „Rennstrecke“ – vor allem an den eventuell entscheidenden Punkten wie dem Startbereich, dem Wasserfall oder den „Stromschnellen“ – waren im wahrsten Sinne des Wortes heiß begehrt.

 

So säumten geschätzte 1200 Zuschauerinnen und Zuschauer den Seebach von der Ortsmitte bis zur Mündung in den Neckar, als pünktlich um 19 Uhr das Startsignal ertönte. Das kam übrigens von einem blauen HLT-Bagger, in dessen Ladeschaufel die 1000 Rennenten, für die im Vorfeld „Rennlizenzen“ verkauft worden waren, zu Wasser gelassen wurden. Der Jubel, vor allem bei den Kindern, war natürlich groß, als sich die quietschegelbe Entenschar nach dem Countdown und dem gemeinsam gesungenen „Ententanz“ auf den Weg machte.

 

Eilig hatten es die Entchen allerdings nicht, denn mangels Strömung nahm das Rennen nur langsam Fahrt auf. Wichtig war es für die Rennenten, den Wasserfall mittig zu nehmen, dabei nicht an einem der Sandsteine hängen zu bleiben, um dann auf der rechten Außenbahn des Bachs an den Stellen vorbeizumanövrieren, wo doch etliche Enten die Hoffnungen ihrer Besitzer durch Auflaufen im Niedrigwasser früh platzen ließen.

 

 

Den Zuschauern jedenfalls gefiel, was sie da sahen, die Kinder feuerten mit „Auf, ihr kleinen Enten!“ lautstark an, und die witzigen Kommentare von Alexander Strauß als Rennsprecher taten ein Übriges. Etwa eine Viertelstunde war die gelbe Masse unterwegs, als sie sich unter lautem Jubel der Zuschauer am Ufer dem Zielbereich näherte. Dort hatten die Macher des Rennens mit Unterstützung des DRK Aglasterhausen eine Zielvorrichtung gebaut, die eine eindeutige Reihenfolge ermöglichen sollte. 20 Preise waren ausgelobt worden.

Der Jubel der Zuschauer und das große Interesse schien den gelben Piloten zu gefallen, denn die wollten plötzlich kurz vorm Ziel gar nicht in die Zieleinrichtung einfahren. Das Entenrennen wurde sprichwörtlich zum „Schneckenrennen“ – einige trieben gar rückwärts. Grund waren die Strömungsverhältnisse, die sich ergeben, wenn ein Schiff den Neckar passiert und die Strömung in den Seebach drückt. Den Neckargerachern und Guttenbachern war dies natürlich schon vorher klar, manch ein Gast von auswärts aber staunte nicht schlecht, als zwar viele Enten vor dem, aber eben keine im Ziel war. Doch da konnten die DLRG’ler als „Wellenmacher“ helfen, und so stand letztlich ein faires Ergebnis fest, das Christopher Lauber in Zusammenarbeit mit Jürgen Glaser verkündete.

Am Ende hatte die Ente mit der Rennlizenz Nummer 948 den Schnabel vorn, was ihrem Besitzer den Siegerpreis von 1000 Euro einbrachte. Es war, so viel darf verraten werden, ein Einheimischer, der die schnellste Ente besaß. Ihm galt der Applaus des Publikums, und da war es auch egal, dass viele leer ausgegangen waren. Man nahm es sportlich, und die Gaudi war es wert. Quasi „knappster Verlierer“ war übrigens Neckargerachs Bürgermeister Norman Link, der mit seiner Familie die Ente mit der Lizenznummer 949 sein Eigen nannte. Link nahm’s mit Humor und dankte dem Lions-Club für die Ausrichtung des Entenrennens. Er freute sich über den Erlös, der nach Abrechnung den Neckargeracher „Helfern vor Ort“ zukommen wird. Die brauchen ein neues Sondersignalanlage für ihr Einsatzfahrzeug.

Die Damen und Herren vom Lions-Club indes dankten allen Sponsoren und Helfern, die an die Idee geglaubt haben. „Da kommt nächstes Jahr sicher was nach“, erklärte ein stolzer und zufriedener Christopher Lauber. Der legte übrigens auch Wert darauf, dass alle Enten – egal, ob im Zielbereich angekommen oder gestrandet – wieder eingesammelt wurden und kein Entenpilot einsam im Seebach zurückblieb. Sportlich ging’s bei der „Entenrennen-Fete“ am Neckarlauer weiter, denn für Unterhaltung sorgte die Band mit dem sport-affinen Namen „Bundesjugendspiele“.

 

Rhein-Neckar-Zeitung GmbH Uwe Köbler